Hilfsnavigation
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
Rathaus 2 © Rolf H. Epple Stadt Landau
Seiteninhalt

Wilhelm-Wüst-Straße

Benennung: 16.07.1963

Begründung: Ehrung eines verdienstvollen Lehrers aus Queichheim

Grundlage der kritischen Untersuchung

Anbiederung an NS-Staat, Multiplikator nationalsozialistischen Gedankenguts

Ergebnis: Berufliche Biografie teilweise belastet

Stadtratsbeschluss 2025: Öffentliche Kontextualisierung vor Ort

Wilhelm Wüst

*01.12.1878 Ilbesheim; †19.04.1943 Mannheim;

Lehrer, Schriftleiter und Autor

  • 1901 Abschluss Ausbildung zum Volksschullehrer
  • 1908-1921 Lehrer in Pirmasens
  • Ab 1921 Oberlehrer in Landau
  • 1922-1943 Schriftleiter und Autor des pfälzischen Heimatkalenders „Der Jäger aus Kurpfalz“ (erschienen von 1922-1972)
  • 1921 Gründungsmitglied des Pfälzischen Volksbildungsverbandes
  • 01.05.1937 Eintritt in die NSDAP

Fazit

  1. Wilhelm Wüst war von 1922 bis 1943 Schriftleiter und Mitautor des Heimatkalenders „Der Jäger aus Kurpfalz“
  2. Diese Publikation führte mit einem Jahreskalender, Wetterprognosen, Kurzgeschichten, volkstümlichen Geschichten, Anekdoten und Reimen durch das Jahr.
  3. Besonders beliebt war der Heimatkalender nicht nur bei der einheimischen Landbevölkerung, sondern auch bei pfälzischen Auswanderern in aller Welt.
  4. Bis 1933 wurde diese Jahrespublikation vom Pfälzischen Verband für freie Volksbildung e.V. in Ludwigshafen herausgegeben.
  5. Ab 1934 wurde auch der Heimatkalender „gleichgeschaltet“ und erschien nun unter der Verantwortung des Volksbildungsverbandes Pfalz-Saar, Kampfbund für deutsche Kultur in der Westmark und bis 1945 unter der Verantwortung verschiedener NS-Kulturverbände.
  6. Die Kalender dienten vor allem den Ansprüchen der Landbevölkerung, die das Kalendarium und die veröffentlichten Termine das ganz Jahr über benutzen konnten.
  7. Wilhelm Wüst blieb bis zu seinem Tod 1943 Schriftleiter und Autor und gestaltete den Kalender als Propagandablatt nationalsozialistischer Kulturpolitik in der Pfalz und im Saarland und seit 1940 im besetzten lothringischen Departement Moselle, das als Teil des Reichsgaus Westmark involviert werden sollte. (Auflage: 20.000)
  8. Diese Tätigkeiten übte er neben seinem Brotberuf aus und diente insofern „ohne Not“ nationalsozialistischer Kulturpolitik.

Literatur

Stadtarchiv Landau, Sammlung Kohl: Der Jäger aus Kurpfalz. Volks- und Heimatkalender, 1933-1945

Bundesarchiv, Document Center Berlin, Bestand R 9361 V/40760, Reichskulturkammer

Diehl, Wolfgang: Pfälzisches Kulturleben im „Dritten Reich“. In: Nestler, Gerhard u. a. (Hrsg.): Braune Jahre in der Pfalz. Neue Beiträge zur Geschichte einer deutschen Region in der NS-Zeit. Kaiserslautern 2016. S. 145-176.

Diehl, Wolfgang: Kämpferische Westmark. Zur Kulturpolitik, Literatur und Bildenden Kunst während des Dritten Reiches in den Gauen Pfalz, Saarpfalz und Westmark. Neustadt an der Weinstraße 2020.

Kontakt

Archiv und Museum
Abteilungsleiterin: Christine Kohl-Langer
Maximilianstraße 7
76829 Landau in der Pfalz
Telefon: 06341/13-4202
Fax: 06341/13-4209
E-Mail oder Kontaktformular
zurück nach oben drucken