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Rathaus 2 © Rolf H. Epple Stadt Landau
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Das Fliegerviertel

  1. Es gibt zwar Hinweise, dass bereits vor 1933 ein „Fliegerviertel“ in Landau angedacht war, jedoch wird erst ab 1938 im städtischen Schriftgut von einem „Fliegerviertel“ gesprochen.
  2. Die Landauerinnen und Landauer waren seit der ersten Zeppelinlandung in Landau (1911) auf dem Ebenberg große Flugenthusiasten. Der örtliche Verkehrsverein bemühte sich während der Weimarer Republik um weitere Zeppelinlandungen.
  3. 1927: Planungen für einen eigenen Verkehrsflughafen in Landau
  4. Sitz des Pfälzischer Vereins für Luftfahrt in Landau
  5. Die Benennung der Eckenerstraße (1926) und der Zeppelinstraße (zwischen 1906 und 1909) sind in diesem Zusammenhang der Flugbegeisterung zu sehen.
  6. Die Straßenbenennung (Boelckestraße, Immelmannstraße und Richthofenstraße) nach den drei im Ersten Weltkrieg zum Mythos erhobenen jungen Jagdfliegern war im Februar 1934. In dieser frühen Phase der NS-Diktatur diente die Benennung von neuen Straßen und die Umbenennung alter Straßennamen eindeutig propagandistischen Zielen.
  7. Der um diese Idole betriebene Kult nahm in der NS-Zeit immense Auswüchse an. Die hochdekorierten „Fliegerhelden“ dieser Epoche wurden der Bevölkerung als sinnbildliche Vorbilder an Opferbereitschaft und Kampfeswillen verkauft, um das Pathos eines ritterlichen Kampfes zu glorifizieren, dessen Männlichkeitsbild nachahmungs- und verehrenswert erschien: Sie waren die Idole einer NS-Jugend, die auf einen potentiell neuen Waffengang vorbereitet werden sollte.
  8. Die Biografien der drei Jagdflieger des Ersten Weltkrieges und der Luftschiffer wurden instrumentalisiert.
  9. 1938 wird im Fliegerviertel eine Straße nach Ernst August Lehmann (Kapitän-Lehmann-Straße) und die Gartenstraße in Zeppelinstraße umbenannt.

Grundlage der Diskussion

Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda durch die Benennung eines Viertel als „Fliegerviertel“, Benennung von fünf Straßen zwischen 1933 und 1938

Kategorie B

Diskussionswürdig, teilweise belastet, Zusatzinformationen

Vorschlag: Erklärungstafel (Stele) mit Zusatzinformationen im Wohngebiet zur Erklärung der historischen Entwicklung des Viertels und der Biografien der Namensgeber

Beispiel: Afrikanisches Viertel, Berlin, Zusatzinformationen auf der Homepage der Stadt Landau

Eckenerstraße

Benennung: 1926

Begründung: Ehrung als Luftschiffers, Ingenieur, Erfinder

Hugo Eckener

* 10. 08.1868 Flensburg; † 14. 08. 1954 Friedrichshafen

Luftschiffer

Nachfolger von Ferdinand Graf von Zeppelin. Unter seiner Leitung entstanden unter anderem die Luftschiffe LZ 126/ZR-3 Los Angeles, LZ 127 Graf Zeppelin und LZ 129 Hindenburg.

Immelmannstraße

Benennung: 21.02.1934

Begründung: „Auf Vorschlag des Hauptausschusses vom 7.2.1934 wird beschlossen, die Straßenzüge nach berühmten Kampffliegern des Weltkrieges zu benennen.“

Max Franz Immelmann

* 21.09.1890 Dresden; † 18.06.1916 Annay, Frankreich;

Einer der bekanntesten deutschen Jagdflieger des Ersten Weltkrieges

Heute: Taktisches Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ am Fliegerhorst Schleswig in Schleswig-Holstein

Richthofenstraße

Benennung: 21.02.1934

Begründung: „Auf Vorschlag des Hauptausschusses vom 7.2.1934 wird beschlossen, die Straßenzüge nach berühmten Kampffliegern des Weltkrieges zu benennen.“

Manfred Albrecht Freiherr von Richthofen

* 02.05.1892 Breslau; † 21. 04.1918 bei Vaux-sur-Somme, Département Somme;

Deutscher Offizier und Jagdflieger im Ersten Weltkrieg.

Richthofen wurde weltweit zu einem der bekanntesten Piloten, an den bis in die Gegenwart Filme, Bücher und andere Medien erinnern. Beinamen wie „Roter Baron“ gehen auf den roten Signalanstrich seiner Flugzeuge zurück.

Boelckestraße

Benennung: 21.04.1934

Begründung: „Auf Vorschlag des Hauptausschusses vom 7.2.1934 wird beschlossen, die Straßenzüge nach berühmten Kampffliegern des Weltkrieges zu benennen.“

Oswald Boelcke

* 19.05.1891 Giebichenstein, Saalkreis; † 28.10.1916 Calis, Frankreich;

Einer der bekanntesten deutschen Jagdflieger im Ersten Weltkrieg.

Er entwickelte mit den „Dicta Boelcke“ die ersten Einsatzgrundsätze der Luftkampftaktik. Von den vier bundesdeutschen Eurofighter-Geschwadern ist auch heute noch eines nach Boelcke benannt.

Zeppelinstraße

Benennung: 1906-1909 (heute seit 1938 Friesenstraße), 1938 Umbenennung der damaligen Gartenstraße in Zeppelinstraße

Begründung: Ehrung des Luftschiffers, Erfinders, Ingenieurs

Ferdinand Adolf Heinrich August Graf von Zeppelin

* 08.07.1838 Konstanz; † 08. 03.1917 Berlin

Entwickler und Begründer des Starrluftschiffbaus

Kapitän-Lehmann-Straße

Benannt: 05.09.1938

Begründung: „Zum Gedächtnis an den bei dem Explosionsunglück des Zeppelin-Luftschiffes „Hindenburg“ tödlich verunglückten Führer dieses Luftschiffes.“

Ernst August Lehmann

* 12.05.1886 Ludwigshafen am Rhein; † 07. 05.1937 Lakehurst

Pionier der Luftschifffahrt, militärischer und ziviler Luftschiffkapitän sowie eines der Todesopfer der Luftschiffkatastrophe von Lakehurst 1937

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