Wer zu Fuß über den Rathausplatz unterwegs ist, kennt das Problem: Das unebene Pflaster macht das Gehen an manchen Stellen zur Herausforderung – besonders für Menschen mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen. Um die Begehbarkeit des historischen Pflasters zu verbessern, hat die Stadt Landau jetzt den Einsatz einer speziellen Feinfräse getestet. Am Mittwochmorgen wurde zunächst eine kleine Fläche abseits der Hauptwege bearbeitet. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Fraktionen und Beiräte machten sich die Fachleute des Stadtbauamts vor Ort ein Bild und bewerteten das Ergebnis des Praxistests sehr positiv. Daraufhin wurden im Laufe des Tages zwei diagonale Wege über den Rathausplatz gefräst.
„Mit den Fräsarbeiten haben wir einen wichtigen ersten Schritt gemacht, um den Rathausplatz besser begehbar und noch nutzbarer zu machen“, sagt Baudezernentin Jennifer Braun. „Unsere Aufgabe war es, konkrete Verbesserungen im Alltag zu erreichen und gleichzeitig den historischen Charakter des Platzes zu erhalten. Als gute Übergangslösung ist uns dies mit dem Fräsen gelungen. Perspektivisch wollen und werden wir den Rathausplatz aber nicht nur in Sachen Barrierefreiheit, sondern auch klimaangepasst weiterentwickeln – beispielsweise mit mehr Beschattung und einer höheren Aufenthaltsqualität.“
„Ein öffentlicher Platz sollte für alle Menschen möglichst gut und selbstständig nutzbar sein“, betont Sozialdezernentin Lena Dürphold. „Die Beiräte für ältere Menschen und für Menschen mit Behinderung haben das Anliegen mit großem Engagement vorangetrieben und die Umsetzung begleitet. Es ist wichtig, dass die Erfahrungen und Bedürfnisse der Menschen, die im Alltag besonders auf gut begehbare Wege angewiesen sind, bei solchen Maßnahmen berücksichtigt werden. Die Verbesserung des Rathausplatzes ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Barrierefreiheit und Teilhabe. Die Diagonalen können dabei nur ein erster Schritt sein.“
Das Stadtbauamt hatte im Vorfeld verschiedene Möglichkeiten untersucht, um die Begehbarkeit des historischen Pflasters zu verbessern. Im August wurden die Verfahren im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Mobilität vorgestellt. Als wirtschaftlichste Variante erwies sich der Einsatz einer Feinfräse.
Bei der Bearbeitung wurde die Pflasteroberfläche in mehreren Durchgängen um jeweils wenige Millimeter abgetragen, um störende Unebenheiten zu reduzieren. An einzelnen Stellen sind dabei kleinere Ausbrüche am Pflaster entstanden, die nun geprüft und bei Bedarf nachgearbeitet werden.