Bei den Arbeiten zum Ausbau des Fernwärmenetzes im Landauer Marienring ist ein Teil der historischen Stadtmauer zum Vorschein gekommen. Nach gemeinsamer Prüfung verschiedener Möglichkeiten haben die zuständigen Behörden einem Teilabtrag des freigelegten Mauerwerks zugestimmt.
Stadt und EnergieSüdwest bedauern, dass der Erhalt des betroffenen Mauerstücks an Ort und Stelle nicht möglich ist. Im Vorfeld wurden verschiedene Alternativen geprüft, um den Fund möglichst vollständig erhalten zu können. Nach Abwägung aller technischen, zeitlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lässt sich ein Teilabtrag jedoch nicht vermeiden.
Eine Verlegung der Fernwärmetrasse wäre nur mit erheblichem Aufwand möglich; insbesondere vorhandene Ampel- und Versorgungskabel schränken die Möglichkeiten für eine alternative Trassenführung stark ein. Mit der gewählten Lösung kann der weitere Bauablauf wie geplant fortgesetzt werden, sodass sich die derzeitigen Verkehrseinschränkungen im Marienring nicht zusätzlich verlängern.
Bevor die Arbeiten fortgesetzt werden, besteht für interessierte Bürgerinnen und Bürger am Wochenende noch einmal die Möglichkeit, einen Blick auf das freigelegte Stück der historischen Stadtmauer zu werfen.
Der Rückbau des betroffenen Teilstücks erfolgt anschließend mit der notwendigen Sorgfalt. Für den Leitungsverlauf muss die Mauer 1,20 Meter tief und 3,5 Meter lang abgebrochen werden, um die Rohre durchzuführen. Der historische Fund wird jedoch fachgerecht dokumentiert, sodass die Erkenntnisse über die Stadtmauer auch nach dem notwendigen Eingriff gesichert bleiben.
Gefunden wurde die Gegenmauer des Hauptgrabens vor dem südöstlichen Eckturm No. 28 und dessen Vorwerk, der Contregarde No. 11.