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Rathaus 2 © Rolf H. Epple Stadt Landau
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28.08.2026

Gut gerüstet für den Ernstfall: Neuer CBRN-Erkunder für den Brand- und Katastrophenschutz in Landau

Hoffentlich wird er möglichst selten gebraucht – aber wenn es darauf ankommt, ist er da: Bei einem Termin an der Feuerwache Landau wurde jetzt ein neuer CBRN-Erkundungswagen offiziell in Dienst gestellt. Bundestagsabgeordneter Thomas Gebhart übergab den Fahrzeugschlüssel an den Führer des Gefahrstoffzuges der Stadt Landau, Michael Baur. Mit dabei waren Oberbürgermeister Dominik Geißler, Beigeordnete Lena Dürphold, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Stefan Krauch sowie Vertreterinnen und Vertreter des Stadtrats, der Feuerwehr Landau, des Technischen Hilfswerks, des Deutschen Roten Kreuzes, der Polizei und befreundeter Feuerwehren.

Das Fahrzeug ist eines von bundesweit bislang 395 neuen CBRN-Erkundungswagen, die der Bund derzeit über die Länder zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes bereitstellt. Der Landauer Gefahrstoffzug hatte den neuen Erkunder bereits im Januar in Bonn in Empfang genommen. Seitdem haben sich die ehrenamtlichen Einsatzkräfte in zahlreichen Schulungsstunden intensiv mit der neuen Technik und der Bedienung des Fahrzeugs vertraut gemacht.

CBRN steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Der neue Erkunder verfügt über umfangreiche moderne Messtechnik. Damit können Einsatzkräfte unter anderem chemische und radioaktive Belastungen aufspüren und messen, Proben nehmen und wichtige Daten zu einem Schadensereignis erfassen. Die digitale Ausstattung ermöglicht außerdem, Messdaten schnell zu verarbeiten und an die Einsatzleitung weiterzugeben. Ein besonderer Vorteil der neuen Generation ist, dass Messungen kontinuierlich auch während der Fahrt durchgeführt werden können. So lassen sich Gefahrenbereiche schneller erkunden und wichtige Informationen für die Einsatzleitung gewinnen. Ein Fahrzeug dieser Art kostet rund 311.000 Euro.

„Wir erleben weltweit gerade sehr deutlich, dass Krisen und Gefahrenlagen schnell eine ganz neue Dimension bekommen können“, betont Oberbürgermeister Dominik Geißler. „Das zeigt uns: Vorsorge und ein gut aufgestellter Bevölkerungsschutz sind wichtiger denn je. Mit dem neuen CBRN-Erkunder haben wir in Landau jetzt zusätzliche Möglichkeiten, Gefahren schnell zu erkennen und unsere Einsatzkräfte gezielt zu unterstützen. Und bei aller Freude über die moderne Technik darf eines nicht vergessen werden: Sie ist nur so gut wie die Menschen, die sie bedienen. Deshalb gehört zu einem starken Bevölkerungsschutz für mich immer auch ein starkes Ehrenamt. Beides müssen wir in Landau erhalten und weiter stärken.“

„Der neue Erkunder gibt uns die Möglichkeit, bei besonderen Gefahrenlagen schnell und zuverlässig zu messen und damit ein möglichst genaues Lagebild zu bekommen“, sagt Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Stefan Krauch. „Das ist entscheidend, um unsere Einsatzmaßnahmen richtig zu planen und Bevölkerung und Einsatzkräfte zu schützen. Die Möglichkeit, Messungen kontinuierlich während der Fahrt durchzuführen und die Daten digital zusammenzuführen, ist für unsere Arbeit ein deutlicher Zugewinn. Unser Dank gilt dem Bund für die Beschaffung und Bereitstellung des Fahrzeugs.“

Der stellvertretende Gefahrstoffzugführer Christian Sierl betonte den Mehrwert des neuen Erkunders für die kommunale Gefahrenabwehr: Neben der detaillierten Lageerkundung und der vernetzten Zusammenführung der Messdaten ermögliche das Fahrzeug erstmals eine kontinuierliche Messung während der Fahrt – ein deutlicher Zugewinn für den Einsatzalltag.

„Wir müssen in diesen Zeiten sehen, dass wir vor ganz neuen Herausforderungen und auch neuen Risiken stehen. Darauf muss der Staat die richtigen Antworten geben“, so Dr. Thomas Gebhart. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, solche Fahrzeuge flächendeckend über die ganze Bundesrepublik verteilt bereitzuhalten, um im Ernstfall gerüstet zu sein. Am besten ist natürlich, wenn der neue Erkunder möglichst nie zu einem CBRN-Einsatz ausrücken muss. Wenn es doch einmal dazu kommt, können wir uns auf unsere Feuerwehr und die gesamte Blaulichtfamilie verlassen. Dafür möchte ich allen, die sich haupt- und insbesondere ehrenamtlich engagieren, ganz herzlich danken.“

In Landau kommt der neue Bundes-Erkunder zu einer bereits guten Ausstattung hinzu: Die Feuerwehr verfügt außerdem über einen Gerätewagen Messtechnik des Landes Rheinland-Pfalz. Damit stehen am Standort zwei moderne Einsatzmittel für die Erkundung und Messung bei Gefahrstoff- und Strahlenlagen zur Verfügung.

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