Wo genügend legale Flächen für Graffitis sind, wird weniger illegal gesprüht – auf dieses Prinzip setzt die Stadt Landau bereits seit vielen Jahren. Jetzt wird das System dahinter neu aufgestellt: Die legalen Graffiti-Flächen im Stadtgebiet werden künftig zentral über die Jugendförderung Landau organisiert und in einer gemeinsamen Graffiti-Börse gebündelt. Ziel ist es, die Szene besser zu vernetzen, legale Flächen sichtbarer zu machen und kreativen Ideen im öffentlichen Raum noch einfacher Platz zu geben. Die Neustrukturierung des Konzepts wurde vom Kulturbüro angestoßen und anschließend gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bauamt, Ordnungsamt, Grünflächenabteilung und Jugendförderung erarbeitet.
„Graffiti und Street Art gehören zur urbanen Kultur einer Stadt und lebt von Kreativität, Sichtbarkeit und Austausch“, sagt Maximilian Naundorf, Beauftragter für Freie Szene und Nachtkultur der Stadt Landau. „Landau hat seit Jahren legale Flächen und eine aktive Szene – jetzt schaffen wir eine neue Struktur, die vieles alles einfacher, transparenter und sichtbarer macht. So zeigen wir, dass urbane Kunst in Landau nicht nur geduldet, sondern bewusst unterstützt wird.“
Bereits seit 2008 stellt die Stadt Landau legale Flächen für Graffiti zur Verfügung. Diese sind unter anderem an der Unterführung in der Hagenauer Straße, an der Queichheimer Brücke, an der Fuß- und Radwegebrücke am Ebenberg, rund um den Aussichtsturm auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände, am Skatepark im Sportcampus oder am Gummi-Mayer-Gebäude in der Straße Am Großmarkt zu finden. Künftig werden alle freigegebenen Flächen zentral über die Jugendförderung verwaltet.
Die Jugendförderung Landau versteht sich dabei als Schnittstelle zwischen Sprayer-Szene, Bürgerinnen und Bürgern und möglichen Auftraggeberinnen und Auftraggebern. „Wir wollen kreative Freiräume schaffen und gleichzeitig klare Regeln und Ansprechpersonen bieten“, erklärt Stadtjugendpfleger Arno Schönhöfer. „Die Graffiti-Börse bringt Künstlerinnen und Künstler, legale Flächen und Projekte zusammen – unkompliziert und auf Augenhöhe.“
Wer legal sprayen möchte, kann sich bei der Jugendförderung in der Waffenstraße 5 registrieren lassen. Nach Vorlage eines Personalausweises erhalten die Künstlerinnen und Künstler einen kostenlosen Sprayerpass, der jeweils für ein Kalenderjahr gilt. Über einen QR-Code auf dem Pass können alle freigegebenen Flächen sowie die geltenden Regeln direkt abgerufen werden – zusätzlich auch online unter www.jufoelandau.com.
Die Regeln setzen dabei bewusst auf gegenseitigen Respekt und ein verantwortungsvolles Miteinander: Kunstwerke müssen diskriminierungsfrei sein, Umwelt und öffentliche Flächen sollen geschützt werden.
Die freigegebenen Flächen sind außerdem im GeoPortal der Stadt Landau unter https://maps.landau.de/graffiti zu finden.
Auch Privatpersonen oder Firmen, die eine Fläche gestalten lassen möchten, können sich an die Jugendförderung wenden. Die Anfragen werden an registrierte Sprayerinnen und Sprayer weitergegeben und passende Kontakte vermittelt.
Bereits registrierte oder aktive Sprayerinnen und Sprayer werden gebeten, sich bei der Jugendförderung zu melden, um den neuen Sprayerpass zu erhalten und in das aktualisierte System übernommen zu werden.
Das Team der städtischen Jugendförderung ist entweder telefonisch unter 0 63 41/13 51 70 oder per Mail an jugendfoerderung@landau.de erreichbar.