Denkmalpflege erleben, traditionelles Handwerk kennenlernen und dabei aktiv Geschichte bewahren: Im September 2026 startet in Landau die Jugendbauhütte. Fünf junge Menschen werden im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) in der Denkmalpflege ein Jahr lang praktische Erfahrungen sammeln und an verschiedenen Projekten in Landau und der Region mitarbeiten.
Die Jugendbauhütte Rheinland-Pfalz ist ein Programm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste. Während ihres Freiwilligen Sozialen Jahrs in der Denkmalpflege arbeiten junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren ein Jahr lang unter fachlicher Anleitung an historischen und denkmalgeschützten Bauwerken. Sie lernen dabei unterschiedliche Gewerke kennen – von Zimmerer- und Steinmetzarbeiten über Lehmbau bis hin zur Restaurierung historischer Bauteile – und sammeln praktische Erfahrungen für ihre berufliche Orientierung. Ergänzend finden Seminare, Exkursionen und weitere Bildungsangebote statt.
Zu den ersten Einsatzorten der FSJlerinnen und FSJler gehört das historische Haus zum Maulbeerbaum in der Landauer Innenstadt. Das denkmalgeschützte Gebäude zählt zu den bedeutendsten erhaltenen Bauwerken der Stadt und bietet den Freiwilligen die Möglichkeit, aktiv an der Erhaltung eines wichtigen Stücks Landauer Geschichte mitzuwirken.
„Die zahlreichen historischen Gebäude und Bauwerke Landaus erzählen die Geschichte unserer Stadt“, betont der städtische Denkmalpfleger Jörg Seitz. „Damit dieses kulturelle Erbe erhalten bleibt, braucht es Menschen, die sich für Handwerk, Baukultur und Denkmalpflege begeistern. Die Jugendbauhütte schafft genau diesen Zugang und eröffnet jungen Menschen spannende Perspektiven für ihre persönliche und berufliche Zukunft“, so Seitz.
„Ich freue mich sehr, dass die Jugendbauhütte in Landau an den Start geht“, sagt Oberbürgermeister Dominik Geißler. „Sie bringt junge Menschen mit der Geschichte unserer Stadt und traditionellem Handwerk in Kontakt und verbindet unser kulturelles Erbe mit Zukunftsperspektiven. Besonders schön ist, dass die Teilnehmenden nicht nur Denkmalpflege kennenlernen, sondern selbst mit anpacken und so aktiv zum Erhalt unserer historischen Bausubstanz beitragen.“
Von der Jugendbauhütte profitieren nicht nur die Teilnehmenden selbst. Auch das regionale Handwerk, die Denkmalpflege und die Stadtgesellschaft gewinnen durch das neue Angebot. Ziel ist es, junge Menschen für Handwerk und Baukultur zu begeistern, traditionelle Techniken zu bewahren und historische Bauwerke langfristig zu sichern. Neben dem Haus zum Maulbeerbaum und weiteren denkmalgeschützten Gebäuden und Anlagen in der Region wird auch die Lunette 41 als Teil der Landauer Festung Einsatzort der FSJlerinnen und FSJler sein.
Der Start der Jungen Bauhütte Landau – Einsatzstelle der Jugendbauhütte Rheinland-Pfalz ist finanziell gesichert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat für den Beginn der Einsatzstelle 30.000 Euro zugesagt, weitere Förderzusagen liegen vor, sodass die Kosten des ersten Halbjahrs schon jetzt gedeckt sind. Die fünf Plätze für den ersten Jahrgang sind bereits vergeben, die Vorbereitungen für den Start am 1. September laufen.
Für die langfristige Fortführung und Weiterentwicklung der Jungen Bauhütte Landau werden weiterhin Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Kooperationspartnerinnen und -partner gesucht. Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen können das Projekt durch finanzielle Beiträge, Patenschaften oder Sachleistungen fördern und so dazu beitragen, jungen Menschen ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege zu ermöglichen.
Weitere Informationen zur Jungen Bauhütte Landau, zur Idee der Jugendbauhütte und zu Möglichkeiten der Unterstützung gibt es auf der Webseite www.jungebauhuette-landau.de sowie auf Instagram unter @jungebauhuette_landau und auf Facebook unter Jugendbauhütte Landau.