Kurt Metzger war bis 1938 Bezirksrabbiner der jüdischen Kultusgemeinde Landau. Gemeinsam mit seiner Frau Lore emigrierte er 1939 in die USA. Im Jahr 1990 veröffentlichte der Freundeskreis des Frank-Loebschen Hauses auf Initiative von Dr. Berthold Moser und Dr. Karl-Heinz Rothenberger erstmals eine Sammlung ihrer Texte. Diese reichen von persönlichen Erinnerungen an die Novemberpogrome 1938 bis hin zu einer Ansprache anlässlich der Einweihung des Frank-Loebschen Hauses im Mai 1987. Was sie verbindet, ist der Gedanke der Versöhnung – eine Haltung, die angesichts der nationalsozialistischen Verbrechen und der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung besonders bemerkenswert ist.
Die ursprüngliche Ausgabe ist inzwischen vergriffen. Die nun vorliegende Neuauflage im KnechtVerlag macht die Texte erneut zugänglich und erweitert sie um eine geschichtliche Einordnung sowie Informationen zur Lebensgeschichte des Ehepaars Metzger, zusammengestellt von Prof. Dr. Wolfgang Pauly, dem Vorsitzenden der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Pfalz. Hinzu kommen persönliche Worte von Landesrabbiner Reuven Konnik sowie Erika und Dr. Berthold Moser. An der erweiterten Ausgabe haben außerdem Prof. Dr. Karin Finsterbusch, Prof. Dr. Ulrich Wien und Lucile Thoyer mitgewirkt. Das Buch erscheint in gedruckter wie auch in digitaler Form.
Bei der Buchvorstellung begrüßt Theologe und Kirchenhistoriker Prof. Dr. Ulrich Wien die Gäste, bevor Prof. Dr. Wolfgang Pauly in die Lebensgeschichte des Ehepaars Metzger einführt. Im Mittelpunkt stehen anschließend ausgewählte Texte aus dem Buch, die von den beiden Schülerinnen Frieda Löhlein und Marlene Viegelahn vom Max-Slevogt-Gymnasium vorgetragen werden. Zwei der Texte stammen von Lore Metzger, einer von Kurt Metzger. Musikalisch begleitet wird die Lesung von Rebecca Rust und Friedrich Edelmann.
Der Buchvorstellung geht um 17 Uhr die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Landau am Synagogenmahnmal auf dem Elias-Grünebaum-Platz voraus. Dort erinnert die Stadt an die Opfer der nationalsozialistischen Novemberpogrome, bei denen auch in Landau jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger verfolgt, misshandelt und verschleppt sowie ihre Wohnungen und Geschäfte angegriffen wurden. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannte die Landauer Synagoge.
Die Stadt Landau lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, an der Gedenkveranstaltung und der anschließenden Buchvorstellung teilzunehmen und gemeinsam ein Zeichen für Erinnerung, Versöhnung und ein respektvolles Miteinander zu setzen.
Veranstaltungen können Sie über die Funktion "Neu anlegen" eintragen. Bei Rückfragen können Sie sich jederzeit an die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung wenden.