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Rathaus 2 © Rolf H. Epple Stadt Landau
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modern baroque

Ausstellungsprojekt mit 14 internationalen Künstlerinnen und Künstlern zum Thema barockisierende Tendenzen in der Kunst der aktuellen Moderne

01.02.2019 bis 17.03.2019
Städtische Galerie Villa Strecius
Landau in der Pfalz
2.60 €
ermäßigt 1,00 ¤
Öffnungszeiten: Di und Mi 17 bis 20 Uhr, Do bis So 14 bis 17 Uhr
Telefon 06341/898472

„modern baroque“ ist ein Ausstellungsprojekt mit 13 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, das barockisierende Tendenzen in der Kunst der aktuellen Moderne untersucht. Die Ausstellung der städtischen Kulturabteilung wurde von Dr. Lida von Mengden kuratiert und ist vom 2. Februar bis zum 17. März in der Städtischen Galerie Villa Streccius in Landau zu sehen.

Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 1. Februar, um 20 Uhr durch Bürgermeister und Kulturdezernent Dr. Maximilian Ingenthron sowie Kuratorin Dr. Lida von Mengden, die in die Ausstellung einführen wird.

In „modern baroque“ geht es nicht um ein idealisiertes Bild des historischen Barocks, um jenes im Barock vorherrschende Streben nach Größe, Repräsentation und festlichem Luxus, das seinen bildnerischen Ausdruck in einem Gesamtkunstwerk, in dem Architektur, Skulptur, Malerei und Dekor zu einer Einheit verschmolzen wurden, fand. Vielmehr will die Ausstellung eine Reflexion unserer heutigen Gesellschaften sein – im Spiegel jener Phänomene, die wir mit „Barock“ assoziieren.

Lifestyle-Anzeigen im monumentalen Format, die eine glamouröse Luxuswelt in Szene setzen (Laura Schawelka) und riesige Blumenstilleben, in denen Drähte, künstliche Früchte und tropische Blüten einen hybriden Garten Eden beschwören (Dagmar Hugk): Das sind zwei der künstlerischen Positionen, die in der Ausstellung „modern baroque“ beispielhaft für eine Tendenz zur „Barockisierung“ in der aktuellen Moderne stehen. Charakteristisch sind etwa der Hang zu Opulenz und pompöser Ästhetik oder raumgreifender Dynamik mit schwingenden oder seltsam gedrehten Formen (Benjamin Bronni, Iris Bouwmeester) und die Aneignung ornamentalen Dekors (Gabriele Basch). Auch Ironisierung (Jaqueline Wachall/Klaudia Stoll) oder Verfremdung (Flora Hitzing), Vergrößerung oder die Übersetzung in andere Medien (Myriam Holme) sind die Stilmittel, mit denen die Künstlerinnen und Künstler das Potential barockisierender Formen ausschöpfen. Weiter finden sich Anspielungen auf das strenge höfische Zeremoniell (Alke Reeh), auf französische Gartenarchitektur (Reiner Seliger), auf das fast wissenschaftliche Interesse an Natur (Beate Höing), auf nobilitierende Raumdekoration (Sakir Gökcebag) und auf die Fassade absolutistisch-diktatorischer Herrschaft (Parastou Forouhar).

Eine wichtige Rolle für die Inszenierung dieser Themenausstellung spielt auch der Ort, die unter Denkmalschutz stehende Villa Streccius, die sich als neoklassizistischer Bau in der halbkreisförmigen Anordnung der Räume mit den Rotunden an barocken Prinzipien orientiert.

Am Beispiel der verschiedenen Werke aus den Medien Skulptur, Fotografie, Video, Installation, Malerei und Zeichnung zeigt die Ausstellung, dass als „barock“ konnotierte Stilprinzipien in der Übersetzung in heutige Kontexte und künstlerische Formsprachen eine überraschende Aktualität gewinnen.

Für die in der Ausstellung vertretenen KünstlerInnen sind folgende Bezugspunkte in Richtung barocker Stilistik bedeutsam:

Dynamisierung des (Bild-)Raumes:

 Benjamin Bronni setzt sich in Malerei und Relief mit Raumkurven auseinander, die sich mehrfach überlagern und so eine immanente Bilddynamik entwickeln. Seine Werke sind derzeit im Kunstmuseum Stuttgart in der „Frischzelle“ in einer Einzelausstellung zu sehen.

Verfremdung barocker Formelemente:

Die seltsam verdrehten kranzähnlichen oder vulkanartigen Metallplastiken von Iris Bouwmeester, („Blue Vortex“ „Origin of Light“),  spiegeln die Faszination des Barock für die „dunkle, rätselhafte Seite“ der Natur. In ähnlicher Weise auch die grottenartigen Skulpturen von Flora Hitzing.

Sakir Gökcebags Ornamente ironisieren barocke Wanddekorationen, weil er keine wertvollen Materialien, sondern einfache Haushaltsgegenstände, wie Wäscheklammern und Putzeimer verwendet.

Parastou Forouhars Ornamente verdeutlichen den Camouflagecharakter des Ornaments: sie sind aus Folterszenen zusammengesetzt und nehmen damit Bezug auf die dunkle Seite des Barock: ein absolutes Herrschaftsssystem, das keine Abweichungen duldet („Zeit des Absolutismus“).

Scherenschnitt und Malerei, genauer Graffitti, gehen bei Gabriele Basch eine Symbiose ein, ihre ornamentalen Arbeiten changieren zwischen Tradition und Moderne.

Myriam Holme setzt ungewöhnliche Materialien wie Seife, Beize, Drähte ein und faltet und rollt monumentale Aluminiumbleche zu ungewöhnlichen dynamischen Raumgebilden.

Reflexion barocken Lebens

Mit ihren monumentalen Fotografien, vergrößerten Anzeigen aus Hochglanzmagazinen, die den heutigen Lifestyle einer Upperclass propagieren, verdeutlicht Laura Schawelka die Analogien zum Luxusbedürfnis des Adels im Barock.

Die weißen reifrockartigen Skulpturen von Alke Reeh evozieren das strenge Zeremoniell des höfischen Barock, ebenso ihre gewellten gewandartigen Reliefs aus Samt.

Im Video „Born to be wild“ ironisieren Jaqueline Wachall/Klaudia Stoll die barocke Freude an Verkleidungen und Maskenfesten.

-In ihren kunstvollen Skulpturen kleiner fliegender Vögel, wie den großen Porzellanvasen, die von Vögeln umflattert werden, reflektiert Beate Höing die barocke Leidenschaft für die Jagd, und verweist zugleich auf das zeitgleich erfundene Porzellan, das zur Darstellung höfischer u.ä. Szenen benutzt wurde.

Reiner Seligers Ziegelsteinskulpturen, die an in Form geschnittene (Buchs)Bäume erinnern, sind als Verweise auf den höfischen Garten mit seinen streng geometrischen Rabatten und Gartenskulpturen zu sehen.

Die großformatigen Fotografien von Dagmar Hugk zitieren barocke Blumen-und Früchte-Stillleben, sie feiern die Schönheit der Formen der Natur im Wissen um Verfall und Tod.

Kontakt

Stabsstelle für Informationstechnologie und Bürgerbeteiligung
Leiter der Stabsstelle: Michael Niedermeier
Marktstraße 50
76829 Landau in der Pfalz
Telefon: 06341/13-1091
Fax: 06341/13-881091
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