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Stadtgeschichte

Landau – alte Stadt mit Zukunft

In wenigen Zeilen die Geschichte einer Stadt zusammenzufassen, ist ein fast unmögliches Unterfangen, zumal wenn es sich um eine so wechselvolle Geschichte handelt wie sie Landau erlebt hat.

Im Jahre 1274 beginnt mit der Stadtrechtsverleihung durch Rudolph von Habsburg der Aufstieg der vorher unbedeutenden Siedlung. Alle alten Kirchengebäude, wie die Stiftskirche, die Augustinerkirche oder die Katharinenkapelle, die heute noch das Stadtbild prägen, stammen aus dieser ersten Blütezeit.

Landau entwickelte sich zu einer ansehnlichen Reichsstadt, die, bewehrt mit starken Mauern, sich in vielen Kriegszeiten behauptete. Der Dreißigjährige Krieg brachte allerdings auch hier viel Not und Elend. Die Umwandlung der mittelalterlichen Stadt zu einer modernen Festung durch den französischen Festungsbaumeister Vauban seit 1688 änderte die Rolle Landaus grundlegend. Ab jetzt war sie als französische Exklave in deutschem Reichsgebiet und bedingt durch die Grenznähe zu einer heftig umstrittenen Festung geworden. Die vier Belagerungen zu Beginn des 18. Jahrhunderts zeigen deutlich, wie wichtig Landau geworden war. Die französische Zeit der Stadt dauerte bis zum Jahre 1816. Landau ist damit die einzige deutsche Stadt, die solange französisch war. Sie erlebte in dieser Zeit auch die weltgeschichtliche Zäsur der Französischen Revolution mit Guillotine, Jakobinerklub und Freiheitsrausch. In der bayerischen Zeit ab 1816 konnte sich die Stadt aufgrund ihrer Festungseigenschaft nicht wie andere pfälzische Städte entwickeln. Erst mit dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges im Jahre 1871 wandelte sich die Stadt erneut: die Festungsmauern waren unnötig geworden, sie wurden ab 1880 nach und nach niedergerissen, die Stadt konnte sich endlich erweitern. Dies geschah in einer großzügigen Art und Weise, mit breiten Ringstraßen und imposanten Bürgerhäusern, ein beeindruckendes Ensemble, das auch heute noch das Gesamtbild der Stadt prägt und auch dem durchfahrenden Touristen gleich auffällt.

Wer sich dann noch die Mühe macht, die Stadt etwas zu Fuß zu erkunden, der wird auch die Festhalle entdecken können, ein mächtiges Jugendstilgebäude, das zu den schönsten Festhäusern im Südwesten gehört und erst vor kurzem mit viel finanziellem Aufwand und Bürgerengagement renoviert wurde. Auch andere historische Gebäude, wie das Alte Kaufhaus und das Frank-Löbschen Haus, haben ihr Überleben und ihre neue Rollen dem Engagement vieler Landauer zu verdanken. Sie sind beide zu Zentren des kulturellen Lebens in der Stadt geworden.

Der Zweite Weltkrieg hat die Stadt weitgehend verschont. Die Rolle als Garnisonsstadt hat Landau lange geprägt. Erst die Bayern, dann die Franzosen von 1918 bis 1930, die Wehrmacht von 1936 bis zum Ende des Dritten Reiches und dann wiederum die Franzosen bis zum endgültigen Abzug im Jahre 1999.

Nunmehr bietet sich für die Stadt die große und möglicherweise auch die letzte Chance, sich zu erweitern. Im Rahmen der Konversion werden ehemals militärische Gebäude und Flächen einer zivilen Nutzung zugeführt. Dies wird behutsam geschehen müssen, damit Landau weiterhin seinen Charme als überschaubare und liebenswerte Stadt behält.




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