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Rathaus 2 © Rolf H. Epple Stadt Landau
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Städtebauliches Entwicklungskonzept - Projektbausteine

Ostbahnstraße

Geplant ist die Entwicklung der Straße zu einem Boulevard. Die barrierefreie Verbreiterung beiderseitiger Gehwege (auf jeweils 6m!) in Verbindung mit dem zukünftigen Alleencharakter durch Pflanzung neuer Bäume ermöglicht nicht nur eine Nutzung des öffentlichen Raumes als Ausstellfläche für den Einzelhandel und Außenbereich für die ansässige Gastronomie, sondern hebt die Aufenthaltsqualität und lädt zum Flanieren und Verweilen ein.

Gestaltungskonzept:

Zusammen mit der einheitlichen Pflasterung des gesamten Boulevards wird eine optische und funktionale Anbindung des Bahnhofs mit dem Hauptgeschäftszentrum erreicht sowie die an die Ostbahnstraße grenzenden Einrichtungen miteinander verbunden. Eine Neuordnung der Parkplätze und Verschmälerung der Fahrbahnbreite soll zusammen mit der vorgesehenen Geschwindigkeitsreduzierung für eine Beruhigung des Verkehrs und Belebung des öffentlichen Raumes sorgen und in Verbindung mit den restlichen Maßnahmen die Attraktivität der gesamten Straße steigern. Eine herausragende Stellung nimmt in diesem Baustein der Übergangsbereich zwischen Ostpark und Heinrich-Heine-Platz ein. Zum einen wird in diesem Bereich die Ostbahnstraße durch die Queich – samt der geplanten Queichpromenade – gekreuzt, zum anderen agiert dieser Bereich als Verbindungsglied zwischen Ostpark samt Jugendstil-Festhalle und dem in naher Zukunft qualitativ aufgewerteten Heinrich-Heine-Platz samt Bibliothek und Schlachthofturm. Zusätzlich entsteht an dieser Stelle auf der sogenannten Parzelle 5A ein stadtbildprägendes Wohn- und Dienstleistungsgebäude. Mit dem Umbau wurde Mitte des Jahres 2010 begonnen.

Bahnhofsumfeld / Bahnhofsgebäude

Im Rahmen eines Ideenworkshops im Dezember 2007 wurden Konzepte für eine Umgestaltung und Aufwertung des Bahnhofsbereiches erarbeitet. Der favorisierte Entwurf sieht vor, den Bahnhofsvorplatz neu zu ordnen und damit klare Strukturen zu schaffen, bestehende Missstände zu beseitigen sowie eine bessere Verknüpfung aller Verkehrsträger zu ermöglichen. Im Bereich des Busbahnhofes sollen die Anordnung der Bussteige optimiert, der Platz überdacht und Wartemöglichkeiten geschaffen werden. Der kleine Parkplatz im nördlichen Bereich des Vorplatzes wird ebenfalls optimiert. In diesem Bereich soll ein neues Mobilitätszentrum entstehen. Die an dieser Stelle befindlichen Parkplätze werden neu strukturiert, wobei hierfür allerdings der nördlichste Teil des Bahnhofsgebäudes wird weichen müssen. Um den heute eher tristen und ungepflegten Bereich aufzuwerten und den neuentstandenen Bereich zu strukturieren soll zusätzlich mit Hilfe von Bäumen und Mobiliar die Atmosphäre deutlich gesteigert werden.
 
Auch der direkte Bereich vor dem Bahnhofsgebäude wird aufgewertet. Die zuvor beschriebene Unterführung zur Ostbahnstraße soll geschlossen, der dazugehörige „Glaskasten“ abgebaut und durch Gestaltungselemente wie Sitzmöglichkeiten, Wasser, Bäume und Platzbeleuchtung die Empfangssituation der östlichen Innenstadt aufgewertet werden. Hierzu ist zusätzlich eine Beruhigung der Maximilianstraße im Übergangsbereich zur Ostbahnstraße angedacht, bei der die Barrierewirkung dieser Straße überwunden sowie die Zugehörigkeit des Bahnhofs und der Ostbahnstraße verdeutlicht werden soll. Auch der auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindliche Parkplatz soll durch Baumpflanzungen zum Erfolg dieses Zieles beitragen.
 
Erste Maßnahmen seitens der Stadt, zu denen die Anhebung der Bahnsteige (Barrierefreiheit) und die Lösung der chaotischen Zustände der Fahrradabstellanlagen zählen, wurden bereits in den Jahren 2009 bis 2011 abgeschlossen. Das gesamte Bahnhofsumfeld wurde im Vorfeld der Labdesgartenschau 2015 umgestaltet.

Baubetriebsamt

Durch den Umzug des städtischen Bauhofs in den Gewerbepark „Am Messegelände“, im Südosten der Stadt, entstand im nördlichen Bereich der Ostbahnstraße, in der Nähe des Hauptbahnhofes, eine äußerst attraktive Brache. Dieses Gebiet erstreckt sich von der Maximilianstraße bis in etwa zur Mitte der Ostbahnstraße und wird durch die Queich, über die Ostbahnstraße hinweg, mit dem Ostpark verbunden. In einem Qualifizierungsverfahren wurden Ideen zur Umnutzung dieses Areal gesammelt und im Jahr 2009 die Abrissarbeiten der alten Gebäude vorgenommen. Im Anschluss an die Altlastensanierung sind in der Zwischenzeit mehrere Wohngebäude für unterschiedliche Zielgruppen und ein Hotel entstanden.
 
Als übergeordnetes städtebauliches Ziel wird eine attraktive Fußwegeverbindung am Südufer der Queich gesehen, die über den Planungsbereich hinweg bis zum Hafermagazin geführt werden kann. Das Element Wasser soll dabei mit seiner natürlichen Anziehungskraft sowohl der Öffentlichkeit, als auch den Bewohnern des Gebietes zugänglich und erlebbar gemacht werden.
 
Mehrere Fußgängerbrücken stellen die Verbindung zum nördlich gelegenen ehemaligen Schlachthofgelände her. Eine dieser Brücken verbindet dabei den Heinrich-Heine-Platz – vor der Stadtbibliothek – über einen neuentstandenen Platz im Bereich der Ostbahnstraße mit dem Ostpark.

Schlachthof/Parzelle 5a

Das ehemalige Schlachthofgelände wurde bereits Ende der 90er Jahre einer neuen Nutzung unterzogen. Heute bietet dieses Gelände überwiegend Raum für innenstadtnahes Wohnen und ist Standort für die Stadtbibliothek (östlich des Heinrich-Heine-Platzes), die in der umgebauten alten Schlachthalle untergebracht ist. Übrig geblieben sind lediglich der Heinrich-Heine-Platz, in dessen Mitte der alte Schlachthofturm (ehemaliger Wasserturm) steht sowie eine direkt an die Ostbahnstraße grenzende Fläche, die so genannte Parzelle 5a.
 
Angebunden durch den „Brückenschlag“ im Rahmen der Queichpromenade wurde der Heinrich-Heine-Platz zu einem attraktiven Aufenthaltsort entwickelt. Charakterprägend ist dabei der Schlachthofturm, der auch aufgrund seiner Höhe einen Blickfang und Anziehungspunkt für die Besucher der Ostbahnstraße bildet. 
 
Die Parzelle 5a, die bislang nie bebaut war, hat durch ihre Lage direkt an der Ostbahnstraße einen repräsentativen Charakter, dem sie leider nicht gerecht wurde. Durch den Lückenschluss in der Ostbahnstraße, der direkten Lage am Heinrich-Heine-Platz, der Queich sowie dem Ostpark bekommt die neue Bebauung einen enorm stadtbildprägenden Charakter. 
 
Umso wichtiger ist es, ein Gebäude an dieser Stelle nicht nur funktional sondern vor allem auch architektonisch zu positionieren. Auch hier wurden in einem Qualifizierungsverfahren Konzepte gesammelt, die dieser Bedeutung gerecht werden sollten. Ziel ist es, so der Siegerentwurf, die Parzelle 5a zu einem Bindeglied zwischen Heinrich-Heine-Platz und Ostbahnstraße zu entwickeln, das einen städtebaulichen Akzent zwischen den unterschiedlichen Bebauungsstrukturen im Norden und Nordosten schafft und sich trotz moderner Architektur in das Gesamtgefüge integriert. 
 
Das Gebäude wurde in der Zwischenzeit realisiert.

Ostring-Center

Das Einkaufcenter der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts prägt den mittleren Bereich der Ostbahnstraße. Besonders der zugehörige Pavillon in der Mitte des Rosenplatzes dominiert das architektonische Erscheinungsbild und den öffentlichen Raum an dieser Stelle.
 
Um Konzepte zu entwickeln, die sich zum einen mit der Fassadenverschönerung des Hauptgebäudes beschäftigten und zum anderen Pläne für einen Abriss des Pavillons darstellen sollten, wurden bereits vor einigen Jahren drei Architekturbüros beauftragt. Wichtig war es hierbei, potentielle Möglichkeiten einer Umsiedelung der Gewerbetreibenden im Pavillon zu prüfen, da ein Kauf und anschließender Abriss in Kooperation mit den Eigentümern der einzelnen Betriebe stattfinden sollte.
 
Die Arbeiten am Hauptgebäude wurden zum Teil bereits durchgeführt. Eine Fassadenerneuerung im Erdgeschossbereich ist bereits abgeschlossen. Im Hinblick auf den Pavillon werden seitens der Stadt bereits seit mehreren Jahren Gespräche mit den Eigentümern geführt und alternative Standorte gesucht. Nach Abriss des Pavillons soll an dieser Stelle die Verkehrsführung optimiert und in diesem Zusammenhang die Etablierung eines attraktiven Stadtplatzes forciert werden, der einen weiteren Trittstein innerhalb der Ostbahnstraße auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Hauptgeschäftszentrum markieren wird.

Ostring

Der Ostring ist Teil des äußeren Stadtrings zwischen der Rheinstraße und dem Nordring und nimmt für die innerstädtische Verkehrsabwicklung eine wichtige Funktion wahr. Durch die in der zweiten Jahreshälfte 2008 abgeschossene Maßnahme, wurde die Situation im Bereich des Ostrings in Vielerlei Hinsicht verbessert. Neben der Sanierung der Versorgungsleitung wurden die Straßendecke erneuert (Asphalt statt Pflaster), Radwege angelegt sowie der Straßenraum neu geordnet und begrünt. Neben einer besseren Verkehrsführung für alle Verkehrsarten, Steigerung der Attraktivität des Straßenraumes und einer besseren Erreichbarkeit des ansässigen Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot, konnte mit dieser Maßnahme die Wohnqualität der angrenzenden Bebauung gesteigert werden. Durch die attraktive Gestaltung der Straße sowie Minderung der Lärmemissionen durch die neue Pflasterung wird diese Maßnahme ebenfalls positive Auswirkungen auf die Attraktivität und Aufenthaltsqualität des neu gestalteten Rosenplatzes haben.

Am Großmarkt

Zum Baustein „ Am Großmarkt“ gehört die Realisierung mehrerer, unterschiedlich großer Maßnahmen. Die im Rahmen des Werkstatt Innenstadt Prozesses erarbeiteten Ideen sehen vor, zum einen vorhandene Strukturen und Gebäude aufzugreifen und nach Möglichkeit umzunutzen und zum anderen die nach Abriss der ehemaligen Großmarkthalle übriggebliebene Restfläche (ein Teil wurde im Rahmen des Bau des Finanzamtes bereits überbaut) einer neuen Nutzung zu unterziehen, um die entstandene Offenlegung des Baublocks städtebaulich zu fassen. 
  
Seit  dem Werkstatt Innenstadt Prozess wurden bereits einige Maßnahmen umgesetzt. Ein ehemaliges Industriegleis wurde zu einer überdachten Passage entwickelt und ein Gastronomiebetrieb mit einem temporären strandartigen Außenbereich im Innenhof eröffnet. Der nordöstliche Bereich des Baublocks wurde durch den Neubau eines modernen Wohnhauses mit Einzelhandelsnutzung im Erdgeschossbereich (Bio-Markt) einer neuen Nutzung unterzogen.
 
Die weitere Planung sieht vor, das vorhandene Kino-Gebäude, das seit Jahren nur temporär genutzt wird, einer neuen Nutzung zu unterziehen. Geplant ist das Gebäude zu kulturellen Zwecken zu nutzen. In welcher Art und Weise dies geschehen soll, steht momentan noch nicht konkret fest. Aufgrund der das Gebäude umgebenden Wohnnutzung muss sich die zukünftige Nutzung jedoch in die Gesamtstruktur einfügen. Des Weiteren wurde im mittleren Bereich des Blocks im Rahmen eines PPP-Projektes ein Parkhaus errichtet.

 

   

Hafermagazin

Das Landauer Hafermagazin entstand in den Jahren 1914 bis 1916 als Speicherbau für die bayerische Garnison. Für die Realisierung des großräumigen siebengeschossigen Baukörpers bediente sich die Militärverwaltung einer seinerzeit höchst in­novativen Konstruktionsweise. Durch die Karlsruher Baufirma Dyckerhoff & Widmann ließ sie den Speicher als Eisenbetonskelett­bau im Hennebique-System errichten.

Das Hafermagazin besteht aus einem re­gelmäßigen Eisenbetongerüst; aus Stützen, Hauptträgern, Nebenträgern und Decken­scheiben, das sich über sämtliche Ge­schosse erstreckt.

Die einzige „Variation" - wenngleich ebenso konstruktiv bedingt - zeigt sich im Verjüngen der Stützen von Geschoss zu Geschoss.

Die Vorliebe für das neue Material geht so­weit, dass auch Dachwerk und Dachver­schalung in Eisenbeton hergestellt werden. Im gestaffelt ausgebildeten Dachgeschoss entsteht so eine räumlich eindrucksvolle Betonbasilika.

Das Betonraster bildet sich auch an den Fassaden ab und wird somit zum kennzeichnenden Gestaltungsmotiv. Der Beton bleibt dabei roh und ohne Veredelung sichtbar. Dazwischen sitzen herkömmlich verputzte Ziegelausfachungen, die ihrer­seits Eisenfenster mit Segmentbogenschluss aufnehmen. Selbst die einfache Bauornamentik - die „Knaggen" und das kassettierte Gesims der Dachtraufe - ist gegossener Beton.

Das Hafermagazin stand seit dem Abzug der zuletzt französischen Besatzung leer. Das ursprünglich hier geplante Dienstleistungs­zentrum der Sparkasse SüW wurde zwischenzeitlich an anderer Stelle realisiert. In zahlreichen Projekten wurden Umnutzungskonzepte durch Hochschulen erstellt. Es wurde geprüft, ob das Hafermagazin als Parkhaus, als Hotel oder als Archiv, für Verkauf oder Veranstaltungen denkmalverträglich nutzbar wäre.

2007 erwarb der baden-badener Investor Birk das Gebäude. Unter Erhaltung des Eisenbetongerüstes wurde es zu einem Wohngebäude umgenutzt. Ein Teil der Nordfassade mit ihren Ziegelausfachungen und Eisenfenstern sowie der basilikale Dachraum blieben dabei erhalten.

Baufirma: Dycherhoff & Widmann, Karlsruhe
BGF: 10.314 qm

Bauherr: Bauwert GmbH, Baden-Baden
Architekt: Archidee, Stefan Emslander, Karlsruhe
Bauträger: Weisenburger, Rastatt
Umnutzung zu 71 Loftwohnungen

Deutsches Tor

Deutsches Tor - ein Rest der einstigen Festung
© Stadt Landau 
Bereits im Jahr 2004 hat eine Vorbereitende Untersuchung gemäß § 141 BauGB stattgefunden, um den Bereich des Deutschen Tores als Sanierungsgebiet auszuweisen. Die durchgeführte Voruntersuchung zeigte, dass städtebauliche Missstände vorlagen, die sich bislang auf der Grundlage des Instrumentariums des allgemeinen Städtebaurechtes nicht beseitigen ließen. Es war vielmehr die Ausweisung eines städtebaulichen Sanierungsgebietes nach dem besonderen Städtebaurecht erforderlich, um die Ziele zügig zu erreichen. Das Sanierungsgebiet wurde zu Begin des Jahres 2007 per Satzung beschlossen.

Ziel ist es in Verbindung privater Baumaßnahmen und öffentlicher Erschließungsmaßnahme ein stabiles Nutzungsgefüge zu etablieren, das zum dauerhaften Erhalt der baulichen Substanz, zur Attraktivität des öffentlichen Raumes und zur Steigerung der Aufenthaltsqualität des Platzes führt. Das Nutzungsgefüge soll darüber hinaus die gewerbliche Attraktivität des Untertorplatzes als nördlichen Abschluss der Königstraße erhöhen, das vorhandene Nutzungsprofil aus gewerblichen Einheiten im Erdgeschoss und Wohnen in den Obergeschossen stärken und somit auch einen Beitrag zur wirtschaftlichen Belebung des unteren Abschnittes der Königstraße leisten. Daraus können wiederum Synergieeffekte und positive Auswirkungen auf angrenzende Stadträume resultieren.
 
Das Zusammenspiel zwischen Aufwertung des Platzes, Sanierung der ihn umgebenden wertvollen Bebauung und die bereits vorhandene Grünfläche nördlich des Deutschen Tores wird nicht nur zu einer Attraktivierung der Königstraße, sondern als neuer nördlicher Stadteingang zur Belebung der gesamten Innenstadt beitragen.
 
Der Geltungsbereich der Stadtumbaumaßnahme östliche Innenstadt überlagert den Bereich des ausgewiesenen Sanierungsgebietes „Deutsches Tor“. Nach Maßgabe der §§ 171a bis d BauGB kann die Stadt bereits bestehende baurechtliche Satzungen des Allgemeinen oder Besonderen Städtebaurechts durch eine Stadtumbaumaßnahme ergänzen, deren einheitliche und zügige Durchführung im öffentlichen Interesse liegen.

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